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Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums zu Gast bei den „Ludwigshafener Gesprächen“ (22./23.01.2009)

Die Diskussion über die Gefahren des weltweiten Klimawandels sowie über Strategien und Instrumente einer angemessenen Klimapolitik ist in vollem Gange. Die damit verbundene Gerechtigkeitsproblematik wird jedoch weitgehend vernachlässigt.

Genau mit diesen Themen – Klimawandel, Armut und Gerechtigkeit – beschäftigen sich hingegen die „Ludwigshafener Gespräche“. Diese wenden sich an Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar. Jeweils im Vordergrund der mindestens einmal jährlich stattfindenden Gespräche stehen Chancen und Herausforderungen des interkulturellen Zusammenlebens auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. So waren auch in diesem Jahr wieder renommierte Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, sowie Vertreter der Kirche und der nationalen und internationalen Hilfsorganisationen eingeladen. Auch einige interessierte Schüler des Erdkundeunterrichtes der Ober- und Mittelstufe des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums waren willkommen, sich an den Podiumsdiskussionen zu beteiligen. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Heinrich-Pesch-Hauses, in dem die Ludwigshafener Gespräche auch diesem Jahr wieder stattfanden, und ein paar Worten des Sprechers Prof. Dr. Johannes Wallacher vom Institut für Gesellschaftspolitik München begann der erste Teil des Programms. Nachdem Dr. Roberto Yap, Leiter des John J. Carroll Institut on Church and Social Issues aus Philippinen über die dortige Anpassung an veränderte Regenzeiten und Niederschlagsmengen berichtete, sprach Bischof Leonardo Ulrich Steiner aus Brasilien über die Entwaldung und die Folgen am Beispiel Amazonien. Bischof Steiner betonte hierbei noch einmal das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Gottes Schöpfung, denn seiner Meinung nach sollte es heißen: „Geht hin und lebt in Frieden – auch mit der Natur!“

Brenda Martin, Projektmanagerin des „Project 90 by 2030“ der südafrikanischen Klimaschutzkampagne, appellierte an alle, ihren Lebensstil zu ändern, aber auch an die Moral der Unternehmensvorstände. Nach langer Diskussion und kurzer Kaffeepause erklärte Prof. Dr. Ottmar Edenhofer vom Weltklimarat Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, warum wir einen „Global Deal“ für Klima- und Entwicklungspolitik brauchen. Edenhofer warnte davor die Finanzkrise über die Klimakrise zu stellen, denn „nur weil das Casino auf der Titanic geschlossen ist, kann es ja nicht egal sein ob man auf einen Eisberg zusteuert oder nicht.“ Anschließend diskutierte Edenhofer scharf über die Umsetzung dieses „Global Deals“ mit Dr. Ulrich von Deessen (BASF), Joachim Löchte (RWE) und Dr. Saleem Huq vom International Institut for Environment and Development aus London.

Am nächsten Tag – ganz im Zeichen der Politik stehend – boten sich die Vertreter der internationalen Klimaschutzkampagnen einen Schlagabtausch mit der rheinland-pfälzischen Ministerin für Umwelt, Forst und Verbraucherschutz, Margit Conrad, der baden-württembergischen Umweltministerin, Tanja Gönner, und dem Finanzpolitischen Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, Dr. Gerhard Schick MdB.

Zum Ende der Tagung hielt die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, eine Ansprache über unsere Verantwortung für eine entwicklungsgerechte Klimapolitik. Äußerst sympathisch, optimistisch, aber auch realistisch urteilte die SPD-Ministerin. Wichtig sei, „dass alle sich engagieren – es kann funktionieren, dass die deutschen Betriebe versuchen ihre Emissionen einzuschränken und die Bürger Energiesparlampen kaufen – während in manch anderen Ländern ignorant die Luft immer weiter verschmutzt wird.“

Cindy Mittelbach