Druckversion
Schriftgrösse:

Vogelsberg 2005 – eine Woche Survival-Training

Am 11. Juli machten sich 14 abenteuerlustige angehende Überlebenskünstler auf den Weg nach Herbstein, wo sie eine der besten Wochen ihrer Schulzeit erleben sollten. Schon im Bus war die Stimmung super und bei unserem ersten Zwischenstopp lachten wir Tränen, denn „König“ Philipp hatte seine Krone im BK ergattert.
Als wir endlich angekommen waren, mussten wir gleich unsere erste Aufgabe meistern um überhaupt den Schlüssel für unser Haus zu bekommen. Der Niedrigseilgarten war für viele schon eine Herausforderung, denn wir mussten auf einem Seil, ohne den Boden zu berühren, auf die andere Seite kommen. Nach knappen zwei Stunden hatten wir’s geschafft und durften uns in unseren Zimmern ausbreiten.
Unsere Teamer sorgten jedoch dafür, dass niemand in dieser Woche eine ruhige Minute haben sollte. Nach dem ersten Gruppengespräch, wo unsere Wünsche und Ziele der Woche festgehalten wurden, machten wir uns auf zum Abendessen und unserem ersten gemeinsamen Abend.

Gleich am nächsten Morgen wurden wir mit der nächsten Aufgabe konfrontiert: Überquert einen Fluss mit geringen Hilfsmitteln, ihr habt jedoch ein paar Schwerverletzten an Bord und jeder, der das Wasser berührt, bekommt eine Behinderung (Erblindung, Bein- oder Armverlust). Diese Aufgabe erwies sich als ziemlich kompliziert, denn jeder von uns wusste eine bessere Lösung für die Aufgabe. Unsere Lehrer wurden natürlich nicht einfach stehen gelassen, sie mussten auch alle die gestellten Aufgaben bewältigen.

das Team
an der Steilwand
Sicherung ist alles
nach oben zu klettern ist ganz schön anstrengend
als Team mit Invaliden einen Fluss zu überqueren ist schwierig
Koordination und Gleichgewicht... Wasserkästen sind sehr wackelig

Nachdem wir auch diese Disziplin gemeistert hatten, auch wenn es etwas länger gedauert hat, gingen wir zum Mittagessen.
Jeder der folgenden Tage beinhaltete eine neue, abenteuerliche und meist auch komplizierte Aufgabe, aber das wichtigste war unser Teamgeist, der immer wieder neu bewiesen werden musste. Vor allem das Kistenklettern oder das Springen von einer 7 Meter hohen Leiter erforderte eine Menge Vertrauen.

Auch eine tolle Idee der Teamer war es, uns, in 3er und 4er Gruppen geteilt, im Wald oder am Feldrand auszusetzen, nur mit Karte und Kompass bewaffnet. Jede Gruppe von uns musste den Weg wieder zurück finden, was sich für einige als (mehr oder weniger) schwer erwies.
Eines der wunderschönsten Erlebnisse dieser Woche war die Nachtwanderung mit geschlossenen Augen. Wir wurden von unseren Teamern zu einem See geführt, jeder musste im Dunkeln eine Strecke zurücklegen um danach auf eine Wiese zu gelangen, auf der man den schönen Sternenhimmel sah. Jeder von uns war begeistert und schwärmte noch Stunden danach von dieser einmaligen Erfahrung und dem unvergesslichen Erlebnis.

Vorbereitungen zum Abstieg an der Steilwand
Schaffe ich das?
selbstverständlich, und du auch!

Am letzten Tag unserer Woche konnten wir, dank Fr. Ueberrhein und Hr. Rupf und natürlich unseren Teamern, in der Rhön klettern. Eine 25 Meter hohe Wand wartete auf uns und unseren Mut. Erst kam das Abseilen von oben, sich in 25 Meter Höhe einfach fallen lassen war nicht für jeden einfach, doch fast alle meisterten auch diese Aufgabe. Leichter als das, jedoch immer noch mit schnellem Herzschlag, kletterten wir in die Höhe, um das Erlebnis des richtigen Kletterns erleben zu können. Ich glaube, dass dieser Tag einer der besten der Woche für uns alle war.
Nach einer letzten feucht-fröhlichen Nacht in der Cocktailbar packten wir unsere Koffer und machten uns mit vielen neuen Erfahrungen, einem tränenden Auge und vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg zurück nach Speyer.

Vielen Dank für die wundervolle Woche! Ich glaube, keiner von uns wird diese je vergessen!!!

für die Survivors
Myriam