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Leipziger Allerlei – Aus dem Reisetagebuch der Klasse 10b ...

Leipzig, eine Stadt mit kulturellen Reizen aller Art und einfach unverwechselbar. Ein Besuch in dieser Stadt wird zum besonderen Erlebnis, es ist alles geboten, von einmaligen Sehenswürdigkeiten bis hin zu vielen Veranstaltungen. Und wir, die Klasse 10b des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums, haben 2011 unsere Abschlussfahrt nach Leipzig angetreten und erlebten eine Vielzahl von „Perlenmomenten“, die wir als Erinnerungen für immer aufbewahren werden. Uns begleiteten Herr Schulz und Frau Hagemeister-Kapp. Hier ein kleiner Einblick in unser „Reisegedächtnis“.

Wir traten unsere Reise am Sonntag, 29. Mai morgens in Speyer an. Nachdem wir den Bus mit vielen Koffern, die eigentlich für ein ganzes Auslandsjahr ausgereicht hätten, bepackt hatten, ging es los. Unsere Fahrt sollte ca. sechs Stunden dauern, mit einer kleinen Pause in Weimar.
Während die Einen lauthals für das anstehende Musical probten, verbrachten die Anderen ihre Zeit lieber mit Schlafen. Die Stimmung war gut.
Als wir im „wilden Östen“ eintrafen und durch Weimar fuhren, verspürte die Klasse ein Hungergefühl und wir machten uns sofort auf Essenssuche, bevor wir einen kulturellen Exkurs antraten. „Östlicher Wind der Neugierde“ begrüßte uns. Während viele vom Sushi-Palast träumten, gelang es den Übrigen eine Bratwurst-Bude aufzusuchen und somit die Jagd nach Essen abzuschließen.

Der ersehnte Bratwurststand

Danach durften wir den geflügelten Worten dreier Referenten lauschen, die uns etwas über das Bauhaus-Museum erzählten. Des Weiteren erläuterten unsere zwei begleitenden Lehrkräfte das anstehende vielfältige Programm. Dann bekamen wir einen weiteren Vortrag geboten, diesmal vor dem Goethe-und-Schiller-Denkmal. Zur gleichen Zeit dienten wir als Attraktion und wurden von den dortigen „Ureinwohnern“, wie Tiere im Zoo fotografiert und erfreuten uns so allgemeiner Beliebtheit. Inmitten des Vortrags tauchten plötzlich Musiker südamerikanischer Herkunft auf und fingen an ihre Instrumente aufzubauen. Alle warteten darauf, dass sie mit Herzblut anfingen zu spielen – was sie dann auch temperamentvoll taten.
Während wir dann im Laufe des Nachmittags Weimar weiter erkundeten und durch die Stadt schlenderten, wurde bekannt, dass einige, trotz gymnasialer zehnter Klasse, nicht richtig lesen konnten, und so wurde das Schiller-Kaufhaus schnell zu einem Chiller-Kaufhaus umgewandelt. Um uns geschichtlich weiterzubilden begaben wir uns zu Goethes Gartenhaus und durften an einer sehr ausführlichen Führung teilnehmen.

Goethes Gartenhaus

„Tempus fugit!“, wie der Lateiner sagen würde, und genau das traf zu: Die Zeit in Weimar ging schnell vorbei und wir fuhren weiter nach Leipzig, unserem eigentlichen Ziel.
Dort angekommen „checkten“ wir im Hostel gegenüber dem Bahnhof ein und schleppten unser Gepäck auf die Zimmer. Am Abend hatten alle Zeit zur freien Verfügung.

Am nächsten Tag, dem 30. Mai, machten wir uns nach dem Frühstück auf in die Stadt zur anstehenden ersten Erkundung. Herr Schulz übernahm die Rolle des Reiseleiters und erklärte immer kurz, was es zu sehen gab. Ein interessanter Stopp war Auerbachs Keller, in welchem Goethe seinen „Faust“ dichtete.
Um 11.00 Uhr stand einer der Höhepunkte der Klassenfahrt an, das Gespräch mit Pfarrer Christian Führer in der Nikolaikirche. Diese war und ist ein kultureller und emotionaler Treffpunkt für Besucher der Stadt.
Der Pfarrer empfing uns sehr freundlich und zeigte sich sehr interessiert an unseren Fragen, die wir ihm über die Montagsdemonstrationen und die Friedensgebete stellten. Schnell ging eine Stunde vorbei, unser Wissensschatz war um einiges erweitert worden und wir gingen mit gemischten Gefühlen aus der Kirche heraus.

Klasse 10b in der Nikolaikirche

Wir begaben uns anschließend zum Bus und machten eine „Sight-seeing-Tour“, mit einer recht unverwechselbaren Führerin. „Meine Damen, meine Herren, liebe Jugendliche!“ sind wohl die Worte, die den Meisten in Erinnerung bleiben werden.
Ein weiterer interessanter Touristenpunkt ist das Völkerschlachtdenkmal, über welches wir abermals durch ein Referat Genaueres erfuhren. Die Besichtigung entwickelte sich zu einem wirklich hoch amüsanten „Treppen-Steig-Wettbewerb“.

Das Völkerschlachtdenkmal

Voller guter Laune brachte uns unser Busfahrer dann in die Stadt und es gab die lang ersehnte Shopping-Tour à la Leipzig, auf die besonders die Damen unter uns warteten.
Gegen Abend hatten wir wieder Zeit zur freien Verfügung und genossen das Beisammensein. Manche ließen den Abend mit einem Cocktail, natürlich alkoholfrei ;-), ausklingen.

Und dann kam auch schon der dritte Tag und forderte sein Recht angefangen zu werden ein. Nach dem Frühstück brachen wir gegen 9 Uhr auf, um nach Halle zu fahren. Auf der Fahrt wurden wir erneut aufmerksam gemacht auf die unglaublich großen Unterschiede zwischen damaliger DDR und den frisch renovierten Häusern. Dann gab es eine süße Verführung am Morgen. Wir durften die älteste Schokoladenfabrik und das Museum besuchen – Halloren, das besondere Erlebnis.
Es erwartete uns eine spannende und beeindruckende Reise durch die Erlebniswelt auf mehr als 750 m².
Des Weiteren stand ein Besuch des Archäologischen Landesmuseums für Vorgeschichte an. Das dortige Highlight war die Himmelscheibe von Nebra. Eine geduldige Archäologin übernahm die Führung und erklärte ausführlich, was es mit dieser Bronzescheibe auf sich hat und was es bedeutet, wenn wir über die erste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte sprechen.
In Halle-City angekommen erwartete uns Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht ganz so mit, wie wir das eigentlich vom Osten gewohnt waren. Schauer trübten den Tag etwas.
Der Bus brachte uns gegen 16 zu den Eltern unseres Klassenlehrers Herrn Schulz. Dort wurden wir von Herrn Schulz senior und Frau Mama Schulz ausgesprochen herzlich empfangen und schmissen unverzüglich den Grill an. Ein gemütlicher letzter Abend nahm seinen Lauf, geprägt von Witzen und Erinnerungen. Als die Zeit des Aufbruchs gekommen war, versammelten sich alle in „Schulzes Auerbachs Keller“, verabschiedeten und bedankten sich recht lieb bei den Gastgebern. Der Bus fuhr ab und brachte uns zurück nach Leipzig.

Nun war auch schon der letzte Tag angebrochen, Mittwoch der 1. Juni, und die Heimreise ließ sich nicht mehr weiter aufschieben. Erneut wurden die Koffer in den Bus gepackt, die nun um einiges schwerer waren, wegen sämtlicher Einkäufe, wären es Schokolade oder doch Klamotten. Im Bus herrschte erneut ausgelassene Stimmung, wenn auch die Insassen etwas übermüdet waren. Als kleiner und leider letzter Stopp, besuchten wir die Wartburg, in der Martin Luther gefangen gehalten wurde. Unser Herr Schulz entpuppte sich dort als wahrer „Geschichtskenner“, als er uns erklärte, dass man dort mal einen Tintenfleck finden konnte. Am Schluss herrschte jedoch allgemeine Verwirrung über Tinte an Wänden.

Auf der Wartburg

Als wir dann schließlich in Speyer ankamen, wurden wir von unseren Eltern wieder freudig in Empfang genommen und so waren die schönen Tag auch schon wieder vorbei.
Last, but not least! Es ist abschließend zu sagen, dass es wirklich unvergessliche Tage, wenn auch mit einigen Aufregungen in Leipzig, waren und uns der kleine Trip gut gefallen hat.

Alexandra M.