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Studienfahrt Rom – ganz im Zeichen der Trauer um den Papst
Am 4. April 2005 machten sich 42 Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums in Begleitung von Herrn Dudenhöffer, Frau Sütterlin und Herrn Schäfer auf in die ewige Stadt Rom. Voller Erwartung standen wir vor der Schule und warteten auf unseren Bus. Besonders gespannt waren wir, da Papst Johannes Paul II. kurz zuvor gestorben war und wir durch die vielen Fernsehreportagen ein Bild von Rom im Ausnahmezustand vermittelt bekamen. Dies sollte sich in den nächsten Tagen bewahrheiten.
Nachdem sich alle verabschiedet hatten, traten wir die Reise in unserem Bus an. Nach vielen Stunden Fahrt und einer Zwischenübernachtung in Rioveggio erreichten wir am Dienstagvormittag unser erstes Ausflugsziel Orvieto. In die Stadt, die auf einem erhöhten Plateau liegt, gelangten wir mit Hilfe einer Seilbahn, die uns sicher und ohne körperliche Anstrengungen nach oben brachte. Orvieto haben wir als eine wunderschöne Stadt voller enger italienischer Gassen und Hinterhöfe erlebt, die zum Bummeln und Entspannen einladen. Kleine Souvenir- und Weinläden säumten den Weg zum Dom, einem der schönsten Italiens mit seiner prächtigen goldverzierten Fassade und den schwarz-weiß gestreiften Seitenwänden. Nach einer kleinen Stärkung, welche die meisten in Form von typisch italienischer Pizza einnahmen, lud der Park am Rande der Stadt geradezu zum Verweilen ein. Nachdem wir einige Meter die Stadtmauer entlang gelaufen waren und den atemberaubenden Ausblick auf die Landschaft genossen hatten, konnten wir es uns in der Sonne gemütlich machen.
Da unser eigentliches Reiseziel aber Rom war, machten wir uns dann wieder auf, um wenige Stunden später am Nachmittag unser Hotel zu erreichen und die Zimmer beziehen zu können. Nachdem wir unser Abendessen eingenommen hatten, ging es gleich los, da wir uns das Geschehen auf dem Petersplatz genauer ansehen wollten. Als wir den Vatikan erreichten, bot sich uns ein einmaliger Anblick.
Sobald wir den Tiber überquert hatten, fanden wir uns in einer Menschenmasse wieder, die Richtung Petersplatz strömte oder es wenigstens versuchte, da auf Grund der unglaublichen Anzahl von Menschen kaum ein Vorwärtskommen möglich war. Deshalb trennten wir uns auch.
Einige verbrachten ihren Abend hier und da in Rom, während anfangs 25 mutige Schülerinnen und Schüler sich um 22.30 Uhr in das Gedränge stürzten und sich in die schier endlos scheinende Schlange einreihten, um sich persönlich von Papst Johannes Paul II. zu verabschieden. Solch eine Erfahrung ist einfach unvergleichlich. Unter tausenden von Menschen eng aneinander gepfercht Millimeter für Millimeter seinem Ziel näher zu kommen. Zusammen mit singenden Jugendgruppen, Geistlichen, Frauen mit Rosenkränzen, Familien und Kindern. Alle Länder waren vertreten. Durch den Papst geeint, haben verschiedenste Menschen aus allen Ländern die Wartezeit auf sich genommen. Unsere Gruppe wurde derweil immer kleiner. Wegen Erschöpfung oder anderen Gründen haben sich immer mehr auf den Heimweg gemacht. Als der Petersdom dann zwischen 3 und 5 Uhr geschlossen wurde, fing das große Warten an. Nichts ging mehr vorwärts, manche waren sogar mit Decken angekommen, was sich als sehr weise herausstellte, da wir die Kälte der Nacht doch etwas unterschätzt hatten. Als es dann um 5.30 Uhr immer noch nicht weiterging, hat die letzte Gruppe den Rückweg ins Hotel angetreten. Der jetzt noch verbleibende harte Kern hatte dafür nach allen überstandenen Unannehmlichkeiten um 8 Uhr die Möglichkeit, den aufgebahrten Papst zu sehen und sich, wenn auch nur in sehr kurzer Zeit, von ihm zu verabschieden.
Um 12 Uhr starteten wir dann unser gemeinsames Programm. Da die Sixtinische Kapelle aufgrund der Vorbereitungen für das Konklave nur noch an diesem Tag geöffnet war, stand diese zusammen mit den Vatikanischen Museen auf unserem Programm. Es war einfach toll die Werke von berühmten Künstlern wie Michelangelo, die man sonst nur als Kopie oder von der Postkarte kennt, in Wirklichkeit zu sehen. Besonders von der Sixtinischen Kappelle waren wir beeindruckt.
Danach war Zeit zur freien Verfügung.
In den nächsten Tagen haben wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von „Bella Roma“ angesehen: das Kolosseum, das Forum Romanum, einen der wichtigsten Plätze, auf denen im Römischen Reich Politik gemacht wurde. Aber natürlich haben wir uns auch das Kapitol, die Piazza Venezia, die Lateransbasilika, Santa Maria Maggiore, Sankt Paul vor den Mauern, die Katakomben und die Via Appia Antica angesehen. Selbstverständlich haben wir auch die altstadt von Rom unsicher gemacht: Nachdem wir eine Münze in den Trevibrunnen geworfen hatten, ging es zur Spanischen Treppe, Via del Corso, Piazza Navona und zum Pantheon.
Wer wollte, konnte sich auf den Großbildschirmen, die an zentralen Plätzen der Stadt aufgestellt waren, die Beisetzung des Papstes ansehen. Selbst dort hatten Menschen schon einen Tag vorher mit Schlafsäcken übernachtet, um bei der Liveübertragung ganz vorne zu stehen.
Der nächste Tag brachte uns einiges an Regen. Aber wir ließen uns dadurch nicht entmutigen und stiegen tapfer in den Bus, um uns bei Tivoli die Villa Adriana und die Wasserspiele der Villa d’ Este bei starkem Regen anzusehen. Mit nassen Kleidern, aber um viele schöne Eindrücke reicher haben wir uns dann wieder auf den Weg ins Hotel gemacht. Als wir dann am 10.4. morgens unsere Koffer bei strömendem Regen in den Bus einluden, wurde uns klar, dass das Ende unserer Kursfahrt kurz bevorstand. Dies war unser letzter Tag in Rom, der für alle zur freien Verfügung war, nachdem wir vormittags noch gemeinsam die Peterskirche und den Petersplatz besucht hatten. Eine Führung war wegen der immer noch vorhandenen Menschenmassen leider nicht möglich.
Die freie Zeit verbrachten viele entweder in einem Café oder beim Shoppen, um nicht rund um die Uhr im Regen zu stehen. Um 18.30 Uhr hat sich dann der Bus in Bewegung gesetzt und wir haben noch die letzten Augenblicke in Rom genossen, bis wir dann endgültig die Stadt verließen und uns auf den Weg zurück nach Speyer begaben.
So kann man sagen, dass wir am 11.4. zwar sehr müde, aber voller unvergesslicher und schöner Erlebnisse aus der Stadt im Ausnahmezustand zurückgekehrt sind. Es war eine gelungene Fahrt, an die wir bestimmt immer wieder gerne zurückdenken.
Carolin, Jahrgang 12










