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Gottesdienst am Montag, 7. Dezember 2009 anlässlich des Namenstages unseres Schulpatrons Nikolaus von Weis

In diesem Gottesdienst übergaben wir feierlich eine Spende von 10.000 € (!) für die Mission des Instituts St. Dominikus in Ghana. Ein Höhepunkt, der auf die Übergabe hinführte, war ein Gespräch von vier Schüler/innen mit den Bischöfen Nikolaus von Myra und Nikolaus von Weis.

Chor
Nikolaus-Gespräch

Vier Schüler/innen führen ein Gespräch mit Bischof Nikolaus von Myra und Bischof Nikolaus von Weis

Sch.1 : Lara, Sch. 2: Marie-Claire, Sch. 3: Lilith, Sch. 4: David, N. v. Myra: Moritz, N. v. Weis: Tilman

[Bischof Nikolaus von Myra und Bischof Nikolaus von Weis kommen von links. Die Schüler treten von rechts hinzu.]

Sch.1: Alle wissen wir, dass gestern das Fest des heiligen Nikolaus von Myra gefeiert wurde. Da es aber der Namenstag unseres Schulpatrons, Nikolaus von Weis, und des Patrons von uns Schülern ist, ist das für uns ein Grund, diesen Festgottesdienst heute zu feiern.

Sch. 2: Außerdem wollen wir während dieses Gottesdienstes das Geld vom Ghana-Tag an das Kloster übergeben. Schwester Gertrud, die Generalpriorin, nimmt stellvertretend für die Schwestern in Ghana das Geld entgegen. (Sch. 2 wendet sich an Schwester Gertrud) Wir freuen uns sehr, dass Sie unser Gast sind, Sr. Gertrud.

N. v. Weis und N. v. Myra: Ghana-Tag? Das müsst ihr genauer erklären.

Sch. 3: An diesem Tag gehen wir Schüler vom Niki nicht in die Schule, sondern wir gehen einen ganzen Tag arbeiten und spenden unseren Lohn.

Sch. 4: Einige von uns waren z.B. im Büro, beim Frisör, im Kindergarten, haben Fenster oder die Autos und Fahrräder der Lehrer und Lehrerinnen geputzt.

Sch. 1: Unseren Arbeitslohn haben wir nicht für uns behalten, sondern abgegeben, damit er den vielfältigen Engagements der Schwestern des Instituts St. Dominikus, die in Ghana leben, zugute kommt.

Sch. 2: Die Schwestern haben dort Krankenhäuser gebaut. Viele Menschen, die Ärmsten, könnten ohne diese Hilfe aus Deutschland nicht überleben.

Sch. 3 (zu den beiden Bischöfen gewandt): Aber was führt Sie hierher zu uns?

N. v. Myra: Ich bin Bischof Nikolaus von Myra.

alle Sch.: Sie?

N. v. Myra: Ja, ich war Bischof in Myra. Das liegt in der Südtürkei und heißt heute Demre. Während der Zeit der Christenverfolgungen wurde ich selbst auch gefangen genommen und habe das gleiche Schicksal erlitten wie viele Menschen.

Aber das war nicht alles. Einmal wurde unsere kleine Insel Lykien von einer Hungersnot heimgesucht. Alles Korn war damals verbraucht, die Menschen hatten nichts mehr, womit sie hätten Brot backen können. Auch ich konnte nicht mehr helfen. Wir konnten nur noch beten. Bald konnten wir am Horizont Schiffe erkennen, die sich unserem Hafen näherten. Die Menschen auf unserer Insel bekamen wieder Hoffnung. Aber der Wind stand nicht gut und ich war nicht sicher, ob es die Schiffe wirklich bis zum Hafen schaffen würden. Traurig mussten wir nach einer Weile mit ansehen, dass die Schiffe den Kampf gegen den Sturm aufgegeben hatten und wieder abtrieben.

Hilfesuchend schauten mich die Bewohner an. Ich ging wieder in die Kirche um zu beten, einige gingen mit mir, andere blieben in ihrer Verzweiflung am Hafen zurück.

Plötzlich kam jemand in die Kirche gerannt und rief uns zu, dass sich der Wind gedreht hatte. Wir liefen mit den Anderen zum Hafen. Langsam konnten wir die Masten der Segelschiffe erkennen. Es wurden immer mehr. Sie schafften es bis zum Hafen, wo sie fest vor Anker lagen, sie brachten das lebenswichtige Getreide, welches das Brot für viele Monate sicherte. Wir dankten Gott dafür.

Sch. 4: Die Geschichte, die Sie uns erzählen, klingt wie ein Wunder.

N. v. Myra: Es war ein Wunder! Auch heute gibt es noch Wunder, aber oft erkennen die Menschen sie nicht mehr.

Sch. 1: Danke, das Sie uns davon berichtet haben.

Sch. 2 (wendet sich an N. v. Weis): Und wer sind Sie?

N. v. Weis: Ich bin Nikolaus von Weis, euer Schulpatron und Gründer des Instituts St. Dominikus.

Ich hatte nicht so viel Glück wie ihr, dass ich täglich zur Schule gehen konnte. Mein Vater ist früh gestorben und wir waren keine reiche Familie. Mit viel Glück konnte ich in Mainz eine weiterführende Schule besuchen und das Studium der Theologie anschließen.

Nach meiner Priesterweihe in Mainz kam ich als Pfarrer nach Dudenhofen, einem Nachbarort von Speyer.

Sch. 3: Ja, wir haben immer auch Schüler an unserer Schule, die von dort kommen.

N. v. Weis: Als Bischof von Speyer wurde, das war 1842 – glaube ich – habe ich mich um die Tätigkeit in der Schule gekümmert. Bildung und Erziehung waren mein Anliegen. Zu meiner Zeit war eine gute Bildung wichtig, um aus armen Verhältnissen herauszukommen. Deshalb habe ich auch immer dafür gesorgt, dass möglichst viele Kinder zur Schule gehen konnten. Vor allem für Mädchen war es im 19. Jahrhundert nicht selbstverständlich, dass sie in die Schule gingen. Die Frau war dafür bestimmt, den Haushalt zu führen und sich um die Kinder zu kümmern. Die Schul- und Weiterbildung für Mädchen und Frauen waren mein besonderes Herzensanliegen, so dass ich das „Institut der Armen Schulschwestern“ gründete, welches das heutige Institut St. Dominikus ist, das Kloster neben eurer Schule.

Sch. 4: Aber warum sind Sie ausgerechnet heute zu uns gekommen?

N. v. Myra: Weil wir etwas gemeinsam haben. Nicht nur, dass ich der Namenspatrons eures Schulpatrons bin, sondern weil uns etwas verbindet, das vielen von euch Schülern vielleicht gar nicht klar ist.

N. v. Weis: Bischof Nikolaus von Myra hat sich für die armen Menschen auf seiner Insel eingesetzt. Und es gibt unzählige Geschichten mehr aus seinem Leben, wo er sich der Hilfebedürftigen annimmt.

N. v. Myra: Auch euer Schulpatron ist ein besonderer Mensch. Als Bischof war er ein vorbildlicher Christ, weil er sich so für andere eingesetzt hat, wie es uns Jesus vorgelebt hat und weil er auf diese Art so viel Gutes erreichen konnte. Auch ihr habt euch für eure Mitmenschen eingesetzt.

N. v. Weis: Ja, ihr habt bei der Ghana-Aktion mitgemacht und euch Zeit genommen für andere, viel ärmere Menschen. Ihr habt auf euren Lohn verzichtet, um ihn viel ärmeren Menschen zu geben. Möglicherweise ist euch gar nicht bewusst, wie viel das für die Menschen in Ghana bedeutet, die durch euer Geld, eure Gabe, Schulkleidung bekommen und so zur Schule gehen können.

N. v. Myra: Eure Tat ist ein Vorbild für Andere, es gleich zu tun.

 

Direktorin Fr. Fischer und Generalpriorin Sr. Gertrud
Schüler/innen tragen Herzen vor, die je 1.000 € symbolisieren
Der Scheck wird überreicht
Gabenbereitung mit selbst gebackenen Plätzchen

Nikolaus-von-Weis-Schüler übergeben Scheck von 10.000 Euro

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes zu Ehren des Namensgebers der Schule und seines Namenspatrons, Bischof Nikolaus von Myra, übergaben heute die Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums ihre Spende von 10.000 Euro für die Mission in Ghana. Ganz im Sinne der beiden großen Vorbilder setzten sie damit ein Zeichen, wie sie armen Menschen in Not helfen.

Dass diese Hilfe von Herzen kommt, machten sie deutlich durch 10 große rote Herzen, auf die die Spender ihre Unterschrift gesetzt hatten, 10 rote Herzen, zusammen eine große Blüte, die Sr. Gertrud Dahl, die Priorin des Instituts St. Dominikus, sichtlich gerührt entgegen nahm. Aus der Hand der Schülersprecher nahm sie dann auch stellvertretend für Sr. Miguela, der Oberin der Station in Ghana, den Scheck entgegen.

Mit dem reichen Geldsegen wird jeweils 5 armen Dorfgemeinschaften ein Brunnen gebaut werden können, damit das Wasser nicht mehr aus dem Fluss genommen werden muss. Die 5 „Niki“-Brunnen werden ca. 3500,- Euro kosten. Ein großer Teil des Geldes wird für die Ausbildung verwendet. Drei ausgesuchten jungen Menschen wird der Besuch des Gymnasiums ermöglicht, für 80 Jungen und Mädchen ist die Grund- oder Hauptschule für ein Jahr finanziert. In Ghana wird von der Regierung zur Zeit eine Krankenversicherung eingeführt. Viele Menschen können sich diese Versicherung aber nicht leisten. Mit ca. 2600 Euro aus der Spende unterstützen die Schwestern 350 arme Menschen, indem sie ihnen den Versicherungsbeitrag für ein Jahr bezahlen. Der Rest des Geldes wird für Aids-Patienten der Krankenhäuser in Bator und Akwatia zur Versorgung mit Medikamenten verwendet.

Sr. Gertrud beendete diese Informationen an die Schüler mit dem Wunsch, dass die Bereitschaft zu teilen solange währen möge, bis alle Menschen ein menschenwürdiges Leben führen können. Frau G. Fischer, die Direktorin des Gymnasiums, bedankte sich bei den Schülern und den Eltern für das große Engagement und versprach im Namen der Schüler, dass die Aktion zur Unterstützung bedürftiger Menschen auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird.