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Vom Schwimmbad zur Gymnastikhalle

Time to say good-bye

Ich möchte in kurzen Zügen über die Zeit von der Schließung des Schwimmbades bis zur Fertigstellung der Gymnastikhalle aus Sicht von uns Sportlehrern berichten.

Sind wir mit der Schließung des Schwimmbades baden gegangen? Oder ist die Gymnastikhalle unser Rettungsanker – zumindest in finanzieller Hinsicht? Ich hatte gemischte Gefühle.

Auf der einen Seite war ich traurig – ging doch eine Besonderheit unserer Schule verloren. Viele Schulen haben uns wegen des Schwimmbades beneidet – dies erfuhr ich des Öfteren auf Sportkonferenzen. Wir waren tatsächlich stolz auf unser Lehrschwimmbecken. Ich erinnere nur, wie wir es als Besonderheit an unseren Informationstagen präsentierten. Ich kann auch versichern, dass die Schüler unserer Schule im Schnitt besser schwimmen als Schüler anderer Schulen. Nahezu alle Schülerinnen und Schüler beherrschten alle vier Schwimmarten. Wer hat z.B. Delphinschwimmen in der Schule gelernt? Ich denke, wohl die wenigsten. Und dann will das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium das Schwimmbad schließen – kann das jemand verstehen?

Auf der anderen Seite war ich froh über die Schließung – hatte man doch jetzt endlich mehr Zeit für die übrigen Sportarten, die vorher einfach zu kurz kamen. Doch wie sollte auf dem zweifelsohne sehr beengten Raum eine vernünftige Halle errichtet werden? Eine Frage, die sich wohl viele stellten – doch die, wie man jetzt sehen kann, sehr gut gelöst werden konnte. Betrachtet man die Halle, so stellt man fest: sie hat etwas, sie strahlt Atmosphäre aus. Unsere Schüler, vor allem die Schülerinnen, haben diese Halle vom ersten Tag an angenommen, sie fühlen sich hier wohl. Sie haben die Halle regelgerecht liebgewonnen.

Es war gut und auch sinnvoll, uns Sportlehrer in die Planung mit einzubeziehen, da ja gerade wir diese Einrichtung nutzen und unsere langjährigen Erfahrungen mit einbringen konnten. Dafür möchte ich mich bedanken.

Doch ein Umbau bringt auch viel Ärger und Sorgen mit sich. Laufen die theoretischen Planungen noch relativ problemlos ab, so fangen die Schwierigkeiten mit der praktischen Umsetzung an. Alle, die einmal gebaut haben, werden mir zustimmen. Bei unserer Halle war dies nicht anders. Doch diese Schwierigkeiten und Probleme wurden souverän gemeistert. Die Zusammenarbeit zwischen Architekt, Institut, der Direktion und uns Sportlehrern war meist entspannt und produktiv. „Den Ball flach halten“ – das war unsere sportlich orientierte Devise.

Von der Schließung des Schwimmbades bis zur Eröffnung der Gymnastikhalle vergingen nahezu 3 Jahre. In dieser Zeit hatten wir nur eine Sporthalle zur Verfügung. Es war eine schwierige Zeit für Schüler und Sportlehrer – vor allem im Winter. Jetzt hieß es: umorganisieren!

Was haben wir getan: Wir haben z.B. andere Sporthallen angemietet, sind in die Aula ausgewichen, haben auch bei schlechtem Wetter im Freien Sport getrieben oder wir haben teilweise mit 50 Schülern in einer Halle den Sportunterricht abgehalten. Da gab es Sportstunden, in der eine Klasse in der einen Hälfte der Halle geturnt, die andere in der anderen Hälfte Basketball gespielt hat.

In dieser Notlage konnten wir erfahren, wie wichtig Teamfähigkeit, Flexibilität und Einfallsreichtum sind. So wurde diese Zeit doch überraschend gut überbrückt. Ich möchte mich daher bei meinen Kollegen und auch bei den Schülern bedanken, die in dieser Zeit sehr verständnisvoll waren und durch Ideen und Anregungen uns Sportlehrer unterstützt haben.

Jetzt haben wir unsere zweite Halle.

Einige Sportarten können wir in dieser Halle nicht oder nur eingeschränkt betreiben. Betrachten wir allein die Deckenhöhe, so erkennt man, dass die Halle für Ballspiele nicht geeignet ist. Dies ist auch der Grund dafür, dass sie mehr von den Schülerinnen als von den Schülern bevorzugt wird. Besonders allgemeine Fitnessübungen, Turnen, Aerobic, Gymnastik und Tanz sind hier zu Hause. Besonders stolz sind wir auf die große Spiegelwand, die für mich das Schmuckstück dieser Halle ist.

FAZIT: Der Bau dieser Gymnastikhalle ist wirklich hervorragend gelungen und sie ist eine sinnvolle Bereicherung und Ergänzung für die Sportanlagen der Nikolaus-von-Weis-Schulen.

(zitiert aus der Festschrift zum Schuljubiläum 2003)