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Besuch der Deutschen SchülerAkademie 2007 in Steinmühle
In den Sommerferien dieses Jahres gab mir das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium die Chance, zusammen mit 93 weiteren, nicht nur deutschen Schülern die Deutsche SchülerAkademie (DSA) zu besuchen. Diese fand 17 Tage lang im Landschulheim Steinmühle, beim hessischen Marburg gelegen, statt. Die DSA ist eine Initiative des Vereins Bildung und Begabung e.V. und ermöglicht es Schülern, sich einer breit gefächerten Anzahl von Themen mit einem Anforderungsniveau oberhalb des Lehrplans an deutschen Schulen anzunähern.
Aus dem Angebot der 9 Akademien mit insgesamt 50 Kursen, die während der zweieinhalb Wochen die hauptsächliche Beschäftigung für die Schüler darstellten, wählte ich für mich den Kurs „Chemie unter Strom“. Wir befassten uns hier mit diversen Teilbereichen und Phänomenen der Elektrochemie. Da in jedem der Akademiestandorte versucht wird, sowohl naturwissenschaftlich als auch geisteswissenschaftlich orientierte Themen anzubieten, war das Wissen der anwesenden Schüler sehr vielfältig, sodass man im Landschulheim Steinmühle nicht nur auf uns „Chemiker“ traf. Andere Kurse beschäftigten sich mit dem mathematischen Phänomen Chaos, diversen Evolutionstheorien, dem Konflikt zwischen China und Tibet, der Rechtswissenschaft und dem Humanitätsgedanken.
Angekommen in der SchülerAkademie, gewöhnte man sich sehr schnell an den Alltag, welcher um 7.30 Uhr mit dem Frühstück begann. Dieses war anfangs geprägt von kleinen Kennenlernrunden, später von Diskussionen über Chemie, Recht oder auch Mathematik. Um 8.30 Uhr folgte ein kurzes Plenum, bei welchem u. a. die Besprechung wichtiger Dinge für die folgenden Tage und die Auflösung des täglichen Akademierätsels Programmpunkte waren.
Die Arbeit in den Kursen hatte mit insgesamt fast 5 Stunden pro Tag den größten Anteil am Akademie-Alltag. Jeweils von 9.00 bis 12.00 und von 16.30 bis 18.30 Uhr widmete sich jeder Kurs seinen eigenen Themen. Innerhalb des von 16 Schülern belegten Kurses „Chemie unter Strom“ einigten wir uns mit unseren beiden Kursleitern darauf, uns nachmittags zu zweit in jeweils eines der acht vorgegebenen Felder der Elektrochemie einzulesen, zu welchem wir dann am Vormittag darauf zahlreiche Experimente ausführten. Diese durften wir selbstständig aufbauen und durchführen, natürlich unter Beobachtung und, wenn erforderlich, Mithilfe der beiden Studenten.
Die Gestaltung des Kurses gelang – wie der komplette Kurs bestätigte – ausgezeichnet, denn neben der Arbeit in Zweiergruppen arbeiteten wir oft gemeinsam und führten spektakuläre Experimente durch, die wir dann auch im Plenum der 94 Teilnehmer wiederholten und erklärten. Begeistert waren wir jedoch vor allem von der sehr lockeren Atmosphäre innerhalb des Kurses, für die wir unseren noch jungen Kursleitern danken.
Um den Schülern 17 abwechslungsreiche Tage zu bieten, wurden drei Stunden des Tages den Kursübergreifenden Angeboten gewidmet. Dies bedeutete unter anderem, dass man im Chor oder in der Band Musik machte, sich sportlich betätigte, Gedichte schrieb, Sprachen oder das Tanzen lernte, oder sich mit Improvisationstheater à la „Frei Schnauze“ vergnügte. Diese sogenannten „KüAs“ wurden zum Teil von Schülern und zum Teil von Kursleitern angeboten und waren logischerweise freiwillig. Höhepunkt dieser KüAs war der Abschlussabend, an welchem Gedichte, eingeübte Musikstücke und Theaterszenen zum Besten gegeben wurden. Am Abend zuvor gestalteten der Chor, die Blaskapelle und die „Akademieband“ ein Konzert in einer Marburger Kirche. Ein weiteres Highlight war das Volleyballturnier mit anschließendem Tanzabend in der Sporthalle des Landschulheims.
Der normale Tagesablauf an der Deutschen SchülerAkademie war gut gefüllt. Dennoch boten zahlreiche Pausen zwischen den Tagespunkten die Möglichkeit, sich – sofern es denn nötig war – zu erholen, bei einer Unterhaltung mit Mitschülern einen Kaffee zu sich zu nehmen, oder weiteren Aktivitäten nachzugehen, sodass man sich niemals Stress ausgesetzt sah, sich aber auch nicht langweilte. Um 21.00 Uhr war das offizielle Programm beendet, was jedoch nur in den seltensten Fällen das Ende des Tages bedeutete. Die optimale Lage und Ausstattung des Landschulheims bot auch abends noch einige Angebote. Es wurden Pokerabende veranstaltet, Billard gespielt, Musik gemacht oder auf dem Steg am Lahnufer bis in die Nacht geplaudert – nicht selten auch mit den Kursleitern.
Oder, um die Kursarbeiten, die KüAs und die gemeinsamen Stunden und Erfahrungen in drei Worten zusammenzufassen: Wir hatten Spaß!
Wenn ich heute auf die 17 Tage an der Deutschen SchülerAkademie zurückblicke, bereue ich die Entscheidung, teilzunehmen, nicht. Sei es wegen des anspruchsvollen, aber dennoch lockeren und angenehmen, mit dem in der Schule nicht vergleichbaren Unterricht oder wegen des Kennenlernens und Anfreundens mit vielen Schülern: Der Besuch der Deutschen SchülerAkademie bot mir viele wertvolle Erfahrungen, auf die ich nicht verzichten möchte, und stand einer Urlaubsreise in nichts nach.
Deshalb lege ich jedem, der die Möglichkeit erhält, die DSA zu besuchen, ans Herz, ernsthaft darüber nachzudenken und diese einmalige Chance wahrzunehmen.
Paul S., MSS 13






